Steinadler sind in ihren Ernährungsgewohnheiten
nicht sehr wählerisch, ihre Nahrungsauswahl wird in erster
Linie von der Verfügbarkeit geeigneter Beutetiere bestimmt.
Generell bevorzugen Steinadler Beutetiere mit einem Gewicht
zwischen 0,5 und 5 kg. Das Spektrum der erbeuteten Tiere reicht
aber von kleinen Nagetieren wie Mäusen über Hasen
und Kaninchen bis hin zu Murmeltieren, Kitzen verschiedener
Huftiere und größeren Vögeln wie z.B. Rauhfußhühnern.
In manchen Gebieten werden sogar so außergewöhnliche
Beutetiere wie Schildkröten (Balkan) oder Igel (Schweden)
in bedeutenden Mengen erbeutet.
In den Alpen machen Murmeltiere den größten
Teil der Beute aus, die von Steinadlern an ihre Jungen verfüttert
wird. Im Winter, wenn die Murmeltiere Winterschlaf halten
und insgesamt kaum Beutetiere auf den offenen Flächen
aktiv sind, müssen Steinadler auf andere Nahrung ausweichen.
Zu dieser Zeit ernähren sie sich in den Alpen zu einem
großen Teil von Aas (vor allem Schalenwild, das Lawinen
zum Opfer gefallen ist). Für jene Steinadler, die kein
eigenes Territorium besitzen (Jungvögel und Nichtbrüter)
macht Aas während des gesamten Jahres einen wichtigen
Teil ihrer Nahrung aus.
In den Alpen jagen Steinadler in den Sommermonaten
in erster Linie in den alpinen Graslandschaften, wo die Dichte
an Murmeltieren am höchsten ist. Besonders im Winter
werden zur Nahrungssuche sehr oft auch tiefergelegene subalpine
Bereiche aufgesucht. Die Adler folgen damit ihren Beutetieren,
wie z.B. den Schneehasen, die sich im Winter auch bevorzugt
in etwas tiefer gelegenen Bereichen aufhalten.